Bühne frei für die Q2

Montag, 18. Juni 2018
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Bühne frei für die Q2!


Am 25. Mai war es wieder so weit. Das alljährliche Theaterfestival der Anna-Schmidt-Schule fand erneut in den Räumen der Kulturkirche Frankfurt statt.

 

Eine große Zuschauermenge kam um 18:00 Uhr zusammen und machte sich bereit für einen Abend voller Überraschungen, Lachen und Unterhaltung.

 

Auf dem Spielplan standen drei Stücke: „Das Dorf“, die die Ereignisse auf einem Klassentreffen 10 Jahre nach dem Abitur thematisierte, „Unsere Kleine Stadt“, bei dem alltägliche Sorgen in dem kleinen Ort Grovers Corner behandelt wurden, und „Das Schweigen“, das eine ostdeutsche Klasse verfolgte, die anlässlich des ungarischen Volksaufstandes 1956 in ihrer Geschichtsstunde verstummte.

 

Nach einer kurzen Begrüßung von Frau Fahrwald und Frau Ludwig machten sich die Schauspieler für das erste Stück, „Das Dorf“, bereit.

 

Ganz gespannt lauschten die Zuschauer, als zu Beginn die Abiturienten ihre Zukunftswünsche auflisteten, die im Laufe des Dramas weiterverfolgt wurden. Besonders wirkungsvoll war dabei der Einsatz von kleinen Lampen im verdunkelten Raum, die die Schüler träumerisch bei der Aufzählung ihrer Wünsche in der Hand hielten.

 

Neben witzigen Anekdoten und wiederentfachten Liebesgeschichten enthielt dieses selbstentwickelte Werk auch hinterhältige Intrigen und fesselnde Kampfszenen, die den Beobachter förmlich ergriffen. Alles zusammen bildete einen perfekten und amüsanten Einstieg in den künstlerischen Abend und machte das Publikum "heiß auf mehr".  

 

Anschließend konnten sich die Zuschauer eine kleine Erholung gönnen. In den Pausen zwischen den Stücken sorgten fleißige Helfer des Abiballkommitees für ein gefülltes Buffet mit Kuchen, Brezeln, Cupcakes und sogar Quiche.

 

Die „Rundumbehandlung“ wurde mit dem nächsten Theaterstück, „Unsere Kleine Stadt“, fortgeführt: Darin leiteten die sogenannten „Spielführer“ durch das Geschehen in dem kleinen Ort in New Hampshire. Es handelte sich um ein Stück, bei dem Hochzeit und Tod nahe beieinanderstehen. Der Rückblick einer Verstorbenen auf ihr Leben führt dazu, dass man über die eigene Vergänglichkeit philosophiert. Man lernt jedoch nicht nur das Leben der zwei, in dem Drama angesprochenen, Familien kennen, sondern auch, dass man wie blind durch sein eigenes Leben rast, statt seine Zeit auf der Erde zu genießen.

 

Das letzte Theaterstück, „Das Schweigen“, versetzte alle Zuschauer zurück in das strenge Regime der DDR-Zeit, in der jede Meinungsäußerung als Verrat angesehen werden konnte. Ein einfacher Schulprotest, eine Schweigeminute zum Gedenken an gefallene Soldaten in Ungarn, führte nicht nur zum Ausschluss vieler von der Schule, sondern zwang manche Schüler sogar zur Flucht in den Westen.

 

Mit den im Chor gesagten letzten Worten des Stückes „Wir stehen dazu“, beendete dann auch der dritte DSP Kurs seine Vorstellung. Der Satz hallte im Kirchensaal nach und verstärkte das, analog zum Namen des Stückes, auftretende Schweigen des Publikums noch. Nach einem kurzen Moment der sprachlosen Überwältigung brachen alle Zuschauer in einen breiten Jubel aus. Die Schauspieler konnten aufatmen.

 

Alle Aufführungen waren ein voller Erfolg und die Q2 Schüler hatten sich tapfer geschlagen!

 

Der Beifall für die Inszenierungen gebührte jedoch nicht nur den jungen Schauspielern und Schauspielerinnen.

 

Es sind auch die musikalischen Unterstützungen von Moritz Sredenschek, dem Kinderchor und Herrn Welke, sowie die künstlerische Leitung von Frau Fahrwald und Frau Ludwig zu loben.


So kann man mit Sicherheit sagen, dass sich jedermann schon auf das nächste Mal freut, wenn es wieder heißt: „Bühne frei für die Q2!“ von Helena Hinkel

 

Informationen zu den Stücken des Theaterfestivals

Entwickelt, bearbeitet und einstudiert von den Schülerinnen und Schülern der Q2 unter der Leitung von Rebekka Fahrwald und Lisa Ludwig

 


Das Dorf

10 Jahre nach Schulabschluss treffen sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler in der Dorfkneipe, die inzwischen von Leo, Sohn des früheren Besitzers, geführt wird. Der freudige Anlass ist aber nicht der einzige Grund für diese Zusammentreffen. Thomas, inzwischen Banker und Finanzberater will in dem Ort in ein neues Gewerbegebiet investieren. Er bekommt Rückenwind vom Bürgermeister, denn der Ort ist überschuldet. Doch damit sind nicht alle Bürger einverstanden. Auch in der ehemaligen Klasse entsteht ein tiefer Graben und alte Rivalitäten heizen die Stimmung an.

 

Ein selbst entwickeltes Stück über zwei sich bekämpfende Gruppen nach dem Plot der West- Side-Story von Laurents. Die musikalische Umrahmung macht Moritz Sredenschek.

 

Unsere kleine Stadt

Dieses Stück heißt „Unsere kleine Stadt“. Die Stadt heißt Grovers Corner und liegt in New Hampshire- gleich hinter der Grenze zu Massachusetts. Der erste Akt zeigt einen Tag in unserer kleinen Stadt. So beginnt der Spielleiter, der den Zuschauer durch das Stück von Thornten Wilder führt.

 

Eine Geschichte, in der es um ganz alltägliche Sorgen, aber auch Liebe, Tod und Vergänglichkeit geht. Der Kinderchor der Stadtschule begleitet das Stück unter der Leitung von Marcel Welkes.

 

Das Schweigen

Das spontane Schweigen einer ostdeutschen 12. Klasse anlässlich des Ungarischen Volksaufstands 1956 in der Geschichtsstunde wird den Schülerinnen und Schülern zum Verhängnis. Doch sie lassen sich nicht unter Druck setzen. Obwohl ihnen ein Schulverweis droht, halten sie zusammen und weigern sich den Anstifter zu nennen.

 

Frei nacherzählt nach dem Buch „Das schweigende Klassenzimmer“ von Friedrich Garstka.