Was tun, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht und nicht mehr atmet? Für die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen der Anna-Schmidt-Schule ist die Antwort inzwischen klar: Ruhe bewahren, Hilfe holen und handeln. In zwei Schulungsterminen in dieser und der vergangenen Woche trainierten sie die wichtigsten Schritte der Wiederbelebung.
Durchgeführt wurden die Workshops von Prof. Dr. med. Roland Klingenberg Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Martin Christa und Dr. Rafael Reuter. Unterstützt wurden sie von den Mitgliedern des Schulsanitätsdienstes sowie von der Schulgesundheitsfachkraft Elke Sprotte.
Die Jugendlichen übten an Reanimationspuppen, wie sie einen Notfall erkennen, einen Notruf absetzen und mit der Herzdruckmassage beginnen. Auch der Umgang mit einem automatisierten externen Defibrillator, kurz AED, stand auf dem Programm. Dabei diente der Rhythmus des bekannten Liedes „Stayin’ Alive” der Bee Gees als musikalische Orientierung für die richtige Frequenz der Herzdruckmassage.
„Es ist mir wichtig, schon jungen Menschen die Bedeutung einer Wiederbelebungsmaßnahme zu vermitteln und damit verbunden natürlich auch die richtigen Handgriffe“, sagt Prof. Dr. med. Roland Klingenberg, Sektionsleiter Kardiologie und stellvertretender Chefarzt der Inneren Medizin I am Krankenhaus Nordwest. „In Deutschland könnten mehr als 10.000 Menschenleben gerettet werden, wenn bei einem Herzkreislaufstillstand sofort mit der Reanimation begonnen werden würde. Ein Bewusstsein zu schaffen, in Notfallsituationen nicht zu zögern, sondern beherzt zu handeln, steht für mich ebenfalls im Fokus einer solchen Veranstaltung. Man kann nichts falsch machen!“
Seit diesem Jahr nimmt die Anna-Schmidt-Schule an der Initiative HERZSICHER der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung teil, die der Schule ein AED sowie Schulungsmaterial und Übungspuppen zur Verfügung gestellt haben. Die Schule verpflichtete sich, jährlich Workshops zur Laienreanimation ab Jahrgang siebten durchzuführen.
Die Schulungen finden an der Anna-Schmidt-Schule inzwischen regelmäßig statt. Nachdem im vergangenen Jahr erstmals alle siebten Klassen an einem Reanimationstraining teilgenommen hatten, wurde das erfolgreiche Angebot in diesem Jahr fortgesetzt. Zusätzlich führte die Schulgesundheitsfachkraft Elke Sprotte in den vergangenen Wochen einen Wiederholungs-Workshop für die achten Klassen durch. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse auffrischen und insbesondere den Umgang mit einem AED erneut praktisch üben.
Seit diesem Jahr besteht eine feste Kooperation zwischen der Anna-Schmidt-Schule und dem Krankenhaus Nordwest Frankfurt. Ziel ist es, die Handlungssicherheit der Schülerinnen und Schüler in Notfallsituationen durch altersgerechte Unterrichtsangebote zu erhöhen und damit den Schutz der Bevölkerung zu verbessern.
Im Mittelpunkt stehen dabei fünf zentrale Kompetenzen:
- einen Notfall erkennen,
- einen Notruf absetzen,
- mit der Herzdruckmassage beginnen,
- einen AED anwenden,
- den Eigenschutz während der Hilfeleistung beachten.
Damit leistet die Schule einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten Initiative „Schüler retten Leben“, international bekannt als „Kids save lives“. Hessen hatte als erstes Bundesland im Schuljahr 2024/2025 bis zum Jahr 2028 verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht für die siebten Klassen eingeführt. Die „Woche der Wiederbelebung“ vom 21. bis 27. September macht bundesweit darauf aufmerksam, wie entscheidend es sein kann, dass möglichst viele Menschen im Ernstfall helfen können.
Denn jede Minute zählt. Wer weiß, was zu tun ist, kann im entscheidenden Moment Leben retten.


