Seit vielen Jahren führt die Fachschaft Religion/Ethik in der 6. Jahrgangsstufe ein mehrwöchiges Achtsamkeitsprojekt durch – ein fächerverbindendes Vorhaben, das zeigt, wie eng die Fächer katholische Religion, evangelische Religion und Ethik thematisch zusammenhängen. Achtsamkeit steht dabei exemplarisch für ein Konzept, das in vielen Religionen und Weltanschauungen Spuren hinterlassen hat und Kinder sowie Jugendliche dazu ermutigt, bewusst, respektvoll und verantwortungsvoll zu handeln.
Zu Beginn arbeiten die Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Kursen und setzen sich aus fachspezifischer Perspektive mit dem Begriff und Konzept der Achtsamkeit auseinander. Auf dieser Grundlage entwickeln die Lernenden im Rahmen der praktischen Projektarbeit eigene Fragestellungen, führen Recherchen durch, gestalten und präsentieren ihre Ergebnisse.
Auch in diesem Jahr entstand ein vielfältiges Spektrum an Projekten. Die Ergebnisse zeigen, wie facettenreich Achtsamkeit gelebt und gedacht werden kann:
- Miniatur-Raummodelle für Ruhe- und Rückzugsorte in der Schule
Präsentationen, Kurzfilme, Plakate und Podcasts
selbst entwickelte Gesellschaftsspiele und Achtsamkeitskalender
Interviews mit Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften
und mehr
Die Themenpalette reichte inhaltlich von „Ruheräume in der Schule schaffen“ über Umweltthemen und den achtsamen Umgang mit Tieren bis hin zu Achtsamkeit im (Schul-)Alltag gegenüber anderen und sich selbst.
Präsentation im FORUM
Den Abschluss dieses Projekts bildet die gemeinsame Präsentation aller Ethik- und Religionskurse der 6. Klassen im FORUM der Stadtschule – in diesem Jahr am 11. März. Hier stellten die Gruppen ihre Ergebnisse gegenseitig vor und präsentierten sie den Gästen aus den 5. Klassen.
Achtsamkeit verbindet Perspektiven. Sie fördert Empathie, stärkt Konzentration und eröffnet Wege, Konflikte konstruktiv zu lösen. Vor allem aber macht sie sichtbar, dass Wertebildung und gelebte Verantwortung in allen Fächern eine gemeinsame Sprache finden können – über Konfessionen und Weltanschauungen hinweg.
Mit dem Achtsamkeitsprojekt setzt die Anna-Schmidt-Schule ein Zeichen: Lernprozesse sind dann besonders wirksam, wenn Kopf, Herz und Hand zusammenkommen. Die zahlreichen Ideen aus diesem Jahrgang werden weiterwirken – in Klassenräumen, auf dem Schulhof und im täglichen Miteinander. Denn wirkliche Achtsamkeit zeigt sich nicht nur am Projekttag, sondern jeden Tag.
Beispielprojekt:
Podcast von Henri, Arvin und Matteo
Einleitung Matteo:
Hey Leute, willkommen zu unserem Podcast, in dem wir heute mit Reimen die Achtsamkeit beschreiben wollen. Henri, wie geht es dir denn manchmal?
Henri – Runde 1:
Mein Kopf ist voll, ich komm nicht mit,
der Tag beginnt, doch ich bin nicht fit.
Gedanken rasen, viel zu schnell,
nichts fühlt sich ruhig an, nichts klar, nichts hell.
Manchmal bin ich einfach hier,
doch innerlich merk ich, wie ich mich verlier.
Die Schule schreit, der Druck wächst mehr,
die Zeit vergeht und ich steh leer.
Eltern fragen, doch ich weiß nicht, was ich soll,
die Last auf den Schultern wird immer schwerer und voll.
Ich will mich finden, doch der Weg ist weit,
und irgendwie bleibt alles verschwommen in dieser Zeit.
In der Schule herrscht oft viel Streit,
Freunde reden, doch keiner ist bereit.
Missverständnisse fliegen durch den Raum,
die Stimmung sinkt, es gibt kein Vertrauen.
Die Blicke kalt, die Worte scharf,
und niemand fragt sich, was wirklich war.
Hey Arvin, wie fühlst du dich denn manchmal?
Arvin – Runde 1:
Ich flieh in Lärm, damit ich nicht spür,
was mich von innen wirklich berührt.
Ich dreh die Musik und mach alles laut,
damit keiner in mein Inneres schaut.
Gedanken kommen, ich drück sie weg,
als wär‘ mein Kopf ein Versteck.
Ich lenk mich ab, ich renn davon,
doch die Unruhe bleibt trotzdem schon.
Wenn es still wird, wird es zu viel,
Gefühle kreisen ohne Ziel.
Ich will sie nicht sehen, ich halt das nicht aus,
drum such ich im Lärm mir ein sicheres Haus.
Ich lach und tu, als wär alles okay,
doch tief in mir drin tut manches weh.
Ich renn vor mir selbst weg, doch ich weiß genau:
Egal wohin – ich bleib immer bei mir, ganz genau.
Und du Matteo, wie geht es dir?
Matteo – Runde 1:
Hausaufgaben, Test, Termine
Doch das, was mir wichtig ist bleibt liegen.
Mein Kopf, der raucht und ist so voll
Ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll.
Morgen is‘ ‚ne Arbeit – OH
Ich war nur auf Netflix und Co.
Dachte hätte alles unter Kontrolle
Doch dann kamen die Protokolle.
Ich will Sport machen, rennen auf dem Platz,
doch die Schule stapelt Aufgaben – Satz für Satz.
Ich würde gern am Ball mich messen,
Anstatt mich jeden Tag zu Stressen.
Ich will auf ´n Platz und Pässe schlagen,
Aber muss mich mit blöden Pflichten plagen.
Arvin – Übergang Runde 2:
Wenn alles drückt und nichts mehr geht,
und man sich selbst nicht mehr versteht…
Aber was hilft dann eigentlich?
Vielleicht hilft ja Achtsamkeit.
Henri – Runde 2:
Ja, Achtsamkeit hilft mir schon manchmal.
Ich bleib kurz steh’n, ich atme ein,
lass all den Druck einfach mal sein.
Mit Achtsamkeit bin ich jetzt hier,
nicht gestern dort,
nicht morgen wir.
Nur dieser Moment, still und klar,
zeigt mir: Ich bin ich und
ich bin da.
Der Sturm im Kopf, er zieht vorüber,
der Blick wird frei, ich lache drüber.
Der Atem fließt, die Gedanken schweigen,
im Jetzt kann ich endlich mal bei mir bleiben.
Achtsamkeit hilft, den Lärm zu dämpfen,
gibt mir den Raum, nicht immer zu kämpfen.
Es ist okay, nicht immer alles zu wissen,
sich hin und wieder selbst zu vermissen.
Achtsamkeit zeigt mir den Weg,
der leise führt und mich tief bewegt.
Sie zeigt mir, dass ich nicht perfekt sein muss,
dass Fehler okay sind und ich nicht immer stark sein muss.
Ist die Welt auch laut und der Druck mal zu viel,
So lerne ich, in der Ruhe liegt mein Ziel.
Und du Arvin, hilft dir Achtsamkeit auch?
Arvin – Runde 2:
Ich bleib jetzt stehen, statt wegzurennen,
fang langsam an, mich selbst zu kennen.
Ich hör mir zu und halte aus,
und finde Stück für Stück nach Haus.
Ich atme ein, ich atme aus,
lass meine wilden Gedanken raus.
Sie kommen und gehen, wie Wellen im Meer,
und plötzlich fühl ich mich nicht mehr so schwer.
Ich muss nicht kämpfen, nicht perfekt sein,
ich darf auch schwach und leise sein.
Gefühle kommen, ich lass sie zu,
und langsam find ich meine Ruh.
Der Lärm wird leiser, ich hör mich wieder,
die Welt wird ruhiger, meine Gedanken milder.
Und auch wenn alles manchmal schwierig bleibt,
weiß ich jetzt, dass Achtsamkeit mich begleitet
Matteo, hilft dir Achtsamkeit auch?
Matteo – Runde 2:
Im Trubel, laut im schnellen Lauf,
hält Achtsamkeit die Zeit mal auf.
Sie flüstert leise: Bleib doch hier,
der Augenblick gehört nur dir.
Ein Atemzug, ganz sanft und klar,
macht Achtsamkeit dir offenbar.
Achtsamkeit macht das Köpfchen weit,
Und schenkt mir mehr Gelassenheit.
Vielleicht geht doch noch Sport,
wenn mein Kopf nicht ständig bohrt.
Zum Sport kann ich doch locker starten,
Lass ich den Stress heut einfach warten
Wenn ich die Achtsamkeit benutz’,
geb ich dem ganzen Stress kein Schutz.
Ich atme ruhig, Schritt für Schritt,
nehm meine Gedanken mit.
Abschluss alle zusammen:
Henri: Achtsamkeit nimmt nicht alles weg,
Arvin: doch sie gibt mir wieder Halt und Zweck.
Matteo:
Sie macht mich ruhig, wenn alles schreit,
sie holt mich zurück in diese Zeit.
Ende Henri:
„So, das war’s für heute von uns zum Thema Achtsamkeit. Vielen Dank fürs Dabeisein und wir hoffen, ihr konntet etwas für euch mitnehmen.
Wir hören uns beim nächsten Podcast wieder und bis dahin – bleibt achtsam!“
Verfasser: Henri Müller-Trimbusch, Arvin Eivazi, Matteo Augst (6f)












